1913 - 1917

Im Jahr 1913 konnte durch Spenden der Gemeinde und der Feuerwehr der Neuaufbau der Kapelle beginnen. Herr Pfarrer Anton Höckner ließ einen neuen Bombardon herstellen.

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Unterschriften der Mitglieder beim Neubeginn 1913

Am 2. Juli 1913 wurde bei einer Versammlung im Gasthaus Stadler Herrn Oberlehrer Friedrich Bruckmayr die Leitung der Kapelle übertragen. In der Vereinschronik heißt es dazu:
Mögen fortan feierliche, ernste und fröhliche Weisen erklingen und die Botschaft hinaustragen, dass sich in Mining wackere Männer gefunden haben, die sich den anstrengenden Anforderungen willig unterziehen und mögen die klingenden Melodien im Herzen der Bewohner Frieden erzeugen und Freude verbreiten denn:
Wo es klingt da lass dich ruhig nieder, böse Menschen kennen weder Klang noch Lieder.

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Die erste Ausrückung der Kapelle war am Abend des 17. August 1913 ein musikalischer Zapfenstreich als Vorfeier zum Geburtstag des Kaisers.

Trotz der anstehenden Erntearbeiten wurde im Juli und August des Jahres 1913 nahezu täglich geprobt. September und Oktober waren wegen der Dreschmaschine weniger günstig. In diesem Zeitraum wurde den gesamten Sonntag Vormittag gelernt. Durch diesen Lerneifer bestand das Repertoire der Kapelle im Jahr 1913 bereits aus 9 Märschen und 10 weiteren Stücken.

Zu Neujahr 1914 wurde in Mining das Neujahranblasen eingeführt, und dabei an 3 ½ Tagen fast 200 Kronen eingenommen.

Am Fronleichnamstag 1914 hielt die Musik ihr erstes Konzert ab, und zwar ein Gartenkonzert, welches bei prächtiger Witterung massenhaft besucht war.
Fröhliche Stimmung hielt die Mitglieder beisammen und es muss auch tadelloses Benehmen der Musikanten hervorgehoben werden. Weiters muss lobend anerkannt werden, dass der Herbergsvater von der Zahlung des genossenen Gerstensaftes Abstand nahm. „ Heil der Musiker“

Auch damals war die Musikkapelle schon sehr aktiv: im Juli unternahmen sie mit einem geschmückten Pferdefuhrwerk ihren ersten Vereinsausflug nach Bogenhofen, Josef Treiblmair, Bauer in Kaltenau, stellte die Pferde, Gastwirt Stadler den Wagen. Auf der Fahrt durch Mining wurde dabei ein Marsch geblasen .

Ständig wurde die Instrumentierung erweitert.

Ab Juli 1914 begleitete die Kapelle die einrückenden Soldaten zum Bahnhof. 15 mal rückte die Kapelle zu diesem Anlass aus und gab den Soldaten einen letzten Gruß der Heimat mit auf die schwere Fahrt. In weiterer Folge mussten auch viele Musiker dem Ruf von Kaiser und Vaterland folgen, sodass die Musik nur sehr eingeschränkt weiterspielen konnte.
Das Vaterland fordert immer mehr Mitglieder, daher ist die Tätigkeit der Kapelle einstweilen aufgehoben.
Sobald die Musiker allerdings, wenn auch nur für kurze Zeit, auf Heimaturlaub waren, wurden die Instrumente hervorgeholt und fleißig musiziert.